MiSS Ionarin

Im überfüllten, heißen Zugabteil kochten ich und meine Freunde und andere, zahlreiche Fremde vor sich hin, in einem Sud aus Schweiß, Parfum, Deodorant und anderen Zutaten. Die Leute standen und saßen alle dicht aneinander gedrängt und kein bisschen frische Luft gab es. Nur diese kleine, alte Nonne saß in ihrer Kutte mir gegenüber und bewegte ihre Lippen schnell, aber ohne dass ein Wort hörbar war.Ihre Lippen waren wie eine Art Fächer, der wohl mit Hilfe von Gebeten kühle, reine Luft zu ihr fächerte. So hatte die Nonne glaube ich als einzige einen kühlen Aufenthalt im Zug, während wir anderen, für sie wohl Ungläubigen, vor sich hinschwitzten. Ich hätte sie gerne gefragt, ob ihr heiß oder angenehm kühl sei. Aber mir selbst war einfach zu heiß, um klare, kühle Gedanken zu fassen.

(eingereicht von Sarah-Lydia-Lisa Schmidt)

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2 Kommentare zu “MiSS Ionarin”


  1. 1 Matias

    Ich würd sagen, die Frau zitterte und stank kurz vor einem Kreislaufkollaps, so wie du das beschreibst! ;)

  2. 2 Sarah-Lisa-Lydia

    Nein, die Frau hat definitiv nicht gezittert. Es haben sich ja nur ihre Lippen bewegt und zwar so, als ob sie beten würde. Und das hat ihr geholfen, entweder nicht zu schwitzen oder einfach nur um sich selbst abzulenken und sich die Hitze nicht anmerken zu lassen. Aber das ist eigentlich auch egal, solange es ihr geholfen hat. Nicht die Art wie man etwas tut ist manchmal entscheidend, sondern dass man etwas tut.

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